Oliver

22.08.2016 Ballyferriter

Über Nacht hat sich der Himmel wie ein kleines Kind nochmal kräftig ausgehäult. Und was macht ein kleines Kind, wenn es mit Häulen keine Aufmerksamkeit gewinnt? Aufhören. Und so skywalkten wir heute in vielerlei Hinsicht über den westlichsten Zipfel der Dingle Peninsula mit dem herrlichsten Weitpanorama vor Augen, das unser Weg bislang hergab. Es ging einige Kilometer an einem Strand mit Baumkuchenstruktur entlang, aber es hat mich nicht ins Wasser hineingelockt. Ich glaub ich bin kretaverwöhnt. Aber eine phänomenale Jakobsmuschel hab ich dafür gefunden... Uuuh, Zeichen über Zeichen... Schließlich ging es entlang der steilen Westküste in Richtung Dunquin und da waren sie dann, die Reiseführer-Irland-Hot-spots, alle auf einen Haufen. Rechts ein prähistorisches Rundfort, 2 Euro. Lämmerknuddeln inklusive. Dann die prähistorischen Beehieves, 3 Euro, natürlich mit Lämmerknuddeln. Alles in allem waren die Autotouris genauso schnell wie wir. Wir haben uns eher fürs Stonehouse Restaurant entschieden, um ein sehr verfrühtes Abendbrot zu essen. Dann kann man die kcals noch abwandern heheeeee. Die fliegenden Ameisen sind weg. Dafür kommen jetzt eher die Wespen und haben Frances gepiekst. Das war doof, aber ein leeres Marmeladenpöttchen konnte sie abwehren. Wir erreichen ziemlich gut gelaunt Dunquin... Und kein B&B hat auf. Na super. Alle anderen habe ich mittlerweile vorgebucht, denn bislang ist jedes B&B, neben der Aussicht auf eine Dusche natürlich, vor allem ein spannender Einblick in die irische Alltagswelt. Aber heute? Haben wir das Zelt doch nicht nur zum Abnehmen mitgeschleift? Doch, ein Mann bietet uns an, uns nach Ballyferriter mitzunehmen und auf dem Weg was Nettes zu suchen. Er ist ein irischer Lehrer, der im packevollen Hostel in Dunquin vergeblich ein Einzelzimmer buchen wollte. 3 Monate hatten die Schulen jetzt Ferien und er wollte zum Ende noch ein paar freie Tage in Dingle verbringen. Zwei Mal ist er schon den Jakobsweg gelaufen und so kann man nebenbei prima über Franzosen ablästern, die in den Camimoherbergen morgens beim Aufbuch zum Albergen-Racing um halb 5 niemanden um seinen Schlaf bringen. Und so bekommen wir wieder ein schnuckeliges Plätzchen mit Observations-Wintergarten, in dem wir beide gerade unsere Tagebücher schreiben. Vor uns breitet sich im 270-Grad-Winkel die Westspitze aus. Bombe! Zu meiner Linken in 2km Entfernung, erklärt mir die Besitzerin, während sie uns Tee und Stuten serviert, ist Sybil Head zu sehen. Und was fand dort oben im Mai statt? Na? Richtig, ein Meet&Greet mit der Macht des 8. Teils. Und da geht's morgen hin. Au ja, vielleicht hat Luke dort ja einen Geocache versteckt. Vom Set soll jedenfalls keine Spur mehr zu finden sein. Aber egal, der Spirit zählt, oder? Egal ob historisch, prähistorisch, oder postfiktiv. Davon gibt's hier überall enorm viel zu erspüren, wenn man es will.




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