Die Grenzen Europas ...

... werden in unseren Köpfen momentan stark überkontrastiert, finde ich, vor allem mit Blick in Richtung Südosten. Es ist schon bemerkenswert, wie sich die Ängste so äußern. Meine Saunakumpanen beispielsweise. Was ist derzeitig deren größte Sorge? Nein, nicht etwa Gesundheit oder die Umwelt oder Armut oder dass die Kinder heil bleiben...
Flüchtlinge.
Das Wort wird so häufig gebraucht, dass man sie neben Pfifferlingen im Gemüseregal vermuten könnte. Man könnte davon ausgehen, dass in Europa in Kürze ebenso viele Flüchtlinge wuchern wie Pfifferlinge jetzt im Herbst in Wäldern wachsen...
Was war gerade bis in den Sommer hinein die zweitgrößte Sorge?
Griechenland. Da kommen nicht nur viele Flüchtlinge an, die Griechen müssen doch eigentlich aus dem Euro raus. Anders wär nämlich schlecht... für uns hier im kühlen Norden, hört man so. Die Griechen hätten es auch nicht besser verdient. Wer so früh in Rente geht... sagt man jedenfalls so...

Was haben beide Themen gemeinsam, abgesehen davon, dass es unsere derzeit größten Sorgen sind? Sie sind medial überpräsent und verzerren alles, vor allem den Blick auf die Menschen dahinter. Neulich sprach mich ein pensionierter Lehrer an, dass er aus seiner Sicht keine Hilfe anbieten könne, nicht für diese Politik.
Hm, mal den eigenen Blick in Richtung Südosten richten. Deutschland geht schließlich gerade vermeintlich unter... An die entgegengesetzte Grenze Europas - einen kleinen Teil des europäischen Wanderwegs Nr. 4. Ich war schon seit 1998 nicht mehr in Griechenland. Vielleicht haben wir ja die Gelegenheit mit Leuten vor Ort in Kontakt zu treten. Blau-Wandern hilft dabei erfahrungsgemäß. Wenn ich die letzten drei Wege so Revue passieren lasse, bin ich eigentlich guter Hoffnung, dass es gelingt. Oder streifen sie uns in ihren Augen vielleicht schon braune Uniformen über? Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass das nicht der Fall sein wird.

Warum der E4? Eigentlich trivial. Weil ich bei Phoenix ne tolle Sendung darüber gesehen habe. Wir haben zwei Tickets PAD-HER und zurück und einen Busfahrplan nach Kissamos. Unser Zu Hause ist das Zelt und unsere 4kg leichten Rucksäcke. Alles Weitere ist Abenteuer. Schaun wir mal, wie weit wird kommen. Der gesamte Weg ist ca. 600km lang. Das werden wir unmöglich in zwei Wochen schaffen. Aber vielleicht die Hälfte? Es gilt keinen Rekord im Speedhiking aufzustellen. Aber es gibt sicherlich viel Schönes zu entdecken und zu schreiben.

[ Auf geht's! ]